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Der Gewinn von Gerd

Der nordische Gott Frey war der Sohn von Njord der Vanir und der Bruder von Freya. Wie Njord und Freya war er schön und beliebt, und Männer opferten ihm bei Hochzeiten. Aber die Geschichte von Freys eigener Werbung war dunkel und seltsam.
  

Frey, mounted on the golden boar Gullinbursti; 1874 drawing by Alexander Murphy retrieved from https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Freyr_riding_Gullinbursti.jpg--Viking Dragon Blogs

  
 Einmal ging Frey heimlich und setzte sich auf Odins Hochsitz Hlithskjalf und blickte über die neun Welten hinaus. Viele Wunder und viele monströse Dinge wurden vor seine Augen gelegt, und wenn er seinen Blick auf irgendetwas richtete, erschien es aufgrund der Magie von Odins Thron nah und klar.
  
 Frey sitting on Hlithskjalf, pensive; illustration by Frederic Lawrence, 1908, from https://en.wikipedia.org/wiki/Freyr#/media/File:Frey_had_seated_himself_on_the_throne_of_Odin.jpg --Viking Dragon Blogs
  
Das Schönste und Gefährlichste, was Frey sah, war auf einem Berg weit im Norden. Da stand ein hohes Haus inmitten eines fruchtbaren Landes, und an der Tür des Hauses stand eine strahlend schöne Frau. Sie hob die Arme, und es schien Frey, als ob Licht aus ihren Händen brach und alle Welten erleuchtete. Und er wusste, wer sie war: Gerd, Tochter des Riesen Gymir, ein Feind der Götter. Er war sich sicher, dass er sie nicht haben konnte und dass er es nicht ertragen konnte, ohne sie zu leben.
 
Er kam traurig und im Herzen krank von der Höhe herab. Er hörte auf zu essen, zu schlafen und zu sprechen, und sein Vater Njord trauerte und machte sich Sorgen um ihn. Schließlich erzählte Frey seinem Diener Skirnir von seiner Liebe und seiner Verzweiflung.
 
Frey lying mournfully on the seashore, his worried parents standing over him: "The Lovesickness of Frey" by W.G. Collingwood, 1908,retrieved from https://en.wikipedia.org/wiki/Freyr#/media/File:The_Lovesickness_of_Frey.jpg--Viking Dragon Blogs
  
Skirnir dachte, Freys Fall sei doch nicht so verzweifelt. Er bat um Freys Pferd, das weder Feuer noch Dunkelheit fürchtete, und um Freys Schwert, das aus eigener Kraft kämpfte, wie müde oder unfähig sein Träger auch sein mochte, und er schwor, Gerd für Skirnir zu gewinnen oder bei dem Versuch zu sterben.
 
Das Pferd trug Skirnir sicher durch das Feuer, das Gyimirs Halle umgab. Gymir selbst war weg, und Gerd lud Skirnir ein und bot ihm zu trinken an: Feind oder nicht, sie würde die Gesetze der Gastfreundschaft nicht brechen.
 
Gerda enthroned, with Skirnir standing by her--"Skyrnir and Gerda - Illustration by Harry George Theaker, 1920, retrieved from https://en.m.wikipedia.org/wiki/Ger%C3%B0r#/media/File%3ASkyrnir_and_Gerda_by_Harry_George_Theaker_1920.jpg--Viking Dragon Blogs
  
Skirnir sagte Gerd, dass Frey sie liebte. Er versuchte nicht, sie zu überreden, sich in Frey zu verlieben. Stattdessen bot er ihr elf goldene Äpfel an, wenn sie zustimmen würde, Freys Geliebte zu werden. Gerd war nicht beeindruckt. Dann bot Skirnir den Ring Draupnir an, der Odin gehört hatte und auf Balders Scheiterhaufen verbrannt wurde und der jede neunte Nacht acht weitere Ringe wie sich selbst hervorbrachte. (Die Geschichten erzählen nicht, wie der Ring in Skirnirs Besitz gelangte.) Gerd machte deutlich, dass sie bereits genug Gold hatte.
 
Skirnir zog Freys Klinge und drohte, Gerd zu köpfen, wenn sie nicht zustimmte, mit ihm zu kommen. Gerd sagte, dass sie sich von ihm nicht einschüchtern lassen würde und dass Gymir seine Tochter rächen würde, wenn Skirnir seine Drohung wahr machen würde. Skirnir sagte, er habe keine Angst vor Gymir, aber er dachte offenbar daran, dass Frey ihn kaum dafür belohnen würde, dass er die Frau tötete, die Frey so sehnlichst begehrte.
 
Skirnir threatening, and being rebuffed by, Gerd: retrieved from https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b2/Skirnir_wirbt_um_Gerda.jpg--Viking Dragon Blogs
Skirnir verließ das große Haus und ging in den Wald. Als er zurückkam, trug er einen Zauberstab, und er schlug Gerd damit und belegte sie mit einem mächtigen Fluch. Er sagte, wenn sie nicht zustimme, nach Frey zu kommen, würden Sehnsucht, Wahnsinn und Lust sie überwältigen, so dass sie jegliches Essen verweigern, sich weit vom Haus ihres Vaters entfernen und allein auf dem kalten Hügel über Hel sitzen und sich danach sehnen würde, diesen bitteren Ort zu betreten aber nie eingelassen. Vielleicht enthielt sein Fluch ein Echo der bitteren Verzweiflung, die Frey in seiner Sehnsucht nach Gerd erlitt.
   
Skirnir threatening Gerd with curses--1895 illustration by Lorenz Frølich, retrieved from https://en.m.wikipedia.org/wiki/Ger%C3%B0r#/media/File%3ASk%C3%ADrnir_and_Ger%C3%B0r_III_by_Fr%C3%B8lich.jpg--Viking Dragon Blogs
Diese Drohung entmutigte Gerds Geist und sie versprach, nach neun Nächten im Wald von Bari ein Stelldichein mit Frey zu halten. Skirnir ging und ritt zurück nach Frey. Frey dankte ihm nicht; stattdessen beklagte er sich darüber, wie lange er warten müsse, bis er Gerd genießen könne.
 
Die Geschichten erzählen nicht, welche Freude oder Trauer Frey oder Gerd über dieses erzwungene Stelldichein hatten.Aber sie sagen, dass Skirnir Freys Schwert für immer aufbewahrt hat und dass Frey daher dazu verdammt war, in der letzten großen Schlacht von Ragnarok
waffenlos in den Tod zu gehen
 
Dies ist die Geschichte von Freys Balz, wie sie die poetische Edda Skirnismal erzählt. Die Prosa-Edda erzählt von Gerds Schönheit und Freys Liebeskummer und davon, wie Frey wegen seiner Begierde sein Schwert aufgab, aber sie lässt die Drohungen weg und lässt die Geschichte als eine kurze, aber süße Romanze zurück.
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